Reflexintegration
Manche Kinder zeigen im Alltag oder in der Schule Schwierigkeiten, die sich nicht allein über Lernen oder Verhalten erklären lassen.
Dazu können beispielsweise Unruhe, Konzentrationsprobleme, motorische Unsicherheiten oder Schwierigkeiten bei bestimmten Bewegungsabläufen gehören.
Bei manchen Kindern kann es sinnvoll sein, dabei auch die Entwicklung grundlegender Bewegungsmuster genauer zu betrachten.
Wann kann Reflexintegration interessant sein?
Reflexintegration kann ein möglicher Ansatz sein, wenn bei einem Kind Zusammenhänge zwischen Bewegung, Körperwahrnehmung und bestimmten Anforderungen im Alltag genauer betrachtet werden sollen.
Beobachtungen können zum Beispiel sein:
Schule & Lernen
- Konzentration und Aufmerksamkeit fallen schwer
- das Kind lässt sich schnell ablenken
- Schreiben, Lesen oder Rechnen ist anstrengend
- Aufgaben werden nur langsam oder mit viel Kraftaufwand bearbeitet
Schreiben & Motorik
- auffällige oder verkrampfte Stifthaltung
- schwer lesbare Handschrift
- unsichere Bewegungsabläufe
- Schwierigkeiten bei Koordination oder Gleichgewicht
Alltag & Anforderungen
- schnelle Überforderung
- starke Reaktionen in belastenden Situationen
- Unsicherheit bei neuen Bewegungs- oder Lernanforderungen
Diese Beobachtungen allein sagen noch nicht, ob frühkindliche Reflexe eine Rolle spielen. Deshalb schaue ich mir die Bewegungen und Reaktionen des Kindes genauer an.
Was sind frühkindliche Reflexe?
Frühkindliche Reflexe sind automatische Bewegungsmuster, die bereits bei Babys vorhanden sind. Sie gehören zur frühen Entwicklung und verändern sich im Laufe der kindlichen Reifung.
Bei der Reflexintegration wird betrachtet, ob bestimmte dieser frühen Bewegungsmuster noch eine Rolle im Bewegungsverhalten des Kindes spielen könnten.
Dabei geht es nicht darum, ein Kind aufgrund einzelner Beobachtungen zu beurteilen oder eine Diagnose zu stellen.
Was ist Reflexintegration?
Reflexintegration ist ein strukturiertes Bewegungsprogramm, bei dem mit gezielten und wiederkehrenden Bewegungsabläufen gearbeitet wird.
Die Übungen werden individuell ausgewählt und Schritt für Schritt aufgebaut.
Ein wichtiger Bestandteil ist die regelmäßige Übung zu Hause. Dafür reichen in der Regel kurze Übungseinheiten von etwa 10 Minuten täglich.
Die Übungen sollen gut in den Alltag des Kindes und der Familie integrierbar sein.
Wie läuft die Begleitung ab?
Die Begleitung erfolgt individuell und in einzelnen Schritten.
Zu Beginn schaue ich gemeinsam mit dem Kind genauer hin: Wie bewegt es sich? Was gelingt bereits gut? Wo zeigen sich Unsicherheiten oder besondere Reaktionen?
Daraus ergibt sich, welche Übungen im nächsten Schritt sinnvoll sein können.
Die Übungen werden gemeinsam ausprobiert und erklärt, sodass sie zu Hause möglichst einfach weitergeführt werden können.
Regelmäßigkeit ist dabei wichtig. Es geht jedoch nicht darum, möglichst viele Übungen zu machen, sondern um wenige passende Übungen, die regelmäßig durchgeführt werden können.
Ich arbeite nach dem Konzept der Reflexintegration nach Silke Krämer.
Was mir wichtig ist
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo.
Reflexintegration ist kein Versprechen auf eine schnelle Veränderung. Sie ist ein strukturierter Prozess, der Zeit, Wiederholung und die Mitarbeit des Kindes und der Familie braucht.
Mir ist wichtig, das Kind dabei nicht auf Schwierigkeiten zu reduzieren, sondern immer auch seine Stärken und das, was bereits gelingt, im Blick zu behalten.
Reflexintegration und Lernbegleitung
Reflexintegration und Lernbegleitung sind zwei unterschiedliche Bereiche.
Bei manchen Kindern kann es sinnvoll sein, beide Bereiche zu verbinden – insbesondere dann, wenn neben konkreten Lernfragen auch Bewegung, Körperwahrnehmung oder motorische Grundlagen genauer betrachtet werden sollen.
Hinweis: Meine Arbeit ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung, kann jedoch unterstützend wirken.
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